Grund- und Mittelschule Scharrerstraße

Grund- und Mittelschule Scharrerschule

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Die Geschichte der Schule

Im Jahr 2009 feiert die Scharrerschule ihr hundertjähriges Bestehen. Viele Schülergenerationen sind in der Schule ein- und ausgegangen. Ungezählte Kinder haben hier erwartungsvoll ihre Schulzeit begonnen, einen Teil ihrer Kindheit und Jugend verbracht und sich durch Lernen auf ihr späteres Leben vorbereitet.

Viele entscheidende Epochen deutscher Geschichte haben ihre Spuren hinterlassen und werden auf den folgenden Seiten aus Sicht der Scharrerschule näher erläutert.

Johannes Scharrer - der Namensgeber unserer Schule

Johannes Scharrer

Johannes Scharrer wurde am 30. Mai 1785 als Sohn eines Metzgers und Bierbrauers in Hersbruck geboren. In einem Nürnberger Geschäftshaus erlernte er den Kaufmannsberuf. Nebenbei erwarb er sich im Selbststudium Grundkenntnisse in den wichtigsten europäischen Sprachen.

Von der Fabrikschule zur Scharrerschule

Die erste Schule in Gleißhammer

Seit 1849 hatte Gleißhammer eine Fabrikschule. Durch den starken Zustrom von Arbeiterfamilien stieg die Kinderzahl rasch an. Die Schule war bald zu klein. 1869 ließ der Schloßbesitzer Zeltner zwei Schulgebäude an der Ecke Schloß- / Kupferstraße errichten, in denen anfangs zwei Voll- und drei Hilfslehrer unterrichteten. In der Folgezeit wurden beide Gebäude noch ausgebaut, um weitere Schulräume zu gewinnen. Heute sind dort ein städtischer Jugendhort und ein Kindergarten untergebracht.

Scharrerschule und Schulreform

Mit der Eröffnung der Schule erfolgte die Angliederung eines Versuchsklassenzuges, in dem die neuen Erziehungs- und Unterrichtsmethoden der Reformpädagogik schulpraktisch erprobt wurden.

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Ein ehemaliger Scharrerschüler erinnert sich

Kuno Pohrer

Das Schulhaus Scharrerstraße 33 hatten schon meine älteren Geschwister besucht. Meine große Schwester hat ihrem Lehrer die sechs "Pföitschla", die sie unschuldig erdulden musste, nie verziehen. Außerdem wurde in der Familie immer wieder erzählt, dass sie eines Tages entsetzt heimgekommen wäre: "Wir bekommen im nächsten Schuljahr den Streicher als Lehrer!"

Julius Streicher Schule

Streicher

1936 erhielt die Schule vorübergehend den Namen des berüchtigten NS-Gauleiters von Franken, Julius-Streicher, einem der schlimmsten Hetzer im Dritten Reich, weil dieser bis 1923 an der Scharrerschule tätig war. Dort unterrichtete er die 6. und 7. Mädchenklassen. Er kam in einer für die damalige Zeit ungewöhnlichen Kleidung zum Unterricht: Reitstiefel, Reithose und Reitpeitsche. Eine ehemalige Schülerin berichtet: "Bei der Begrüßung schlug er mit der Gerte auf die Bänke. Seine Wutausbrüche, bei denen er Tintenfässer an die Schultafel warf und seine Taschentücher in Stücke riss, waren gefürchtet. Grundlos zerrte er die Mädchen an den Zöpfen aus der Bank und ließ sie in der Ecke des Schulzimmers stehen."

Der geschändete Julius

Mit Beginn des Schuljahres 1938/39 mussten die Buben und Mädchen der 8. Klasse aus Zabo, die bisher die Siedlerschule besucht hatten, ins Scharrerschulhaus. Dort gab es nicht nur nach Geschlechtern getrennte Klassen, sondern sogar eigene Eingänge für Knaben und Mädchen. Damals hieß die Schule auch 'Julius-Streicher-Schule'. Sie wurde nämlich 1936 umbenannt und erhielt den Namen des berüchtigten 'Frankenführers', der einige Jahre hier als Lehrer tätig war.

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Zerstörung und Wiederaufbau

Die zerstörte Schule

Die Anfangsjahre des Zweiten Weltkriegs gingen nahezu spurlos an der Scharrerschule vorüber. Erst im Jahre 1943 häuften sich die Fliegerangriffe auf die Stadt Nürnberg. Für die Schüler, die nachts aus dem Schlaf gerissen wurden, bedeutete dies einen späteren Unterrichtsbeginn am nächsten Morgen. Als Folge der Bombenangriffe wurde im Keller des Schulhauses ein Luftschutzraum für Schüler und für Bewohner der umliegenden Häuser eingerichtet und eine Abteilung des Sicherheitsdienstes einquartiert.

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